Influencer Marketing Agentur Zürich

Die unbekannten Plattformen im Influencer Marketing!

Nischenplattformen mit Influencer-Potenzial

Autor: Sami Gashi
Datum: 14.07.2020
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Die folgenden drei Platformen sind im Influencer Marketing nicht so bekannt, könnten aber in Zukunft interessant werden.

Pinterest:

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Bei Pinterest handelt es sich um kein soziales Netzwerk, sondern um eine Art Suchmaschine. Pinterest fungiert ähnlich wie eine Pinnwand, auf der Nutzer und Influencer ihren Content zusammentragen. Der Content wird durch Pins gekennzeichnet, wodurch die Nutzer direkt zu den Shops oder den entsprechenden Blogbeiträgen gelangen können. Mittlerweile hat die App 300 Millionen Nutzer. Hiervon kommen sieben Millionen aus Deutschland, die wiederum täglich vier Millionen Inhalte auf ihren eigenen Pinnwänden abspeichern. Da durch Pinterest 33 Prozent mehr Traffic auf Online Shops produziert wird als durch Facebook. Wir diese Plattform als Hidden Champion und Trafficlieferant gehandelt. Darüber hinaus kann Pinterest, ähnlich wie YouTube, auch als Suchmaschine für diverse Produkte und Problemlösungen eingesetzt werden. Die gesetzten Pins sind dauerhaft und werden an die jeweilige Suche angepasst angezeigt.

Pinterest ist ursprünglich als App konzipiert und daher vor allem auf dem Smartphone perfekt einsetzbar. Themen wie DIY, Mode und Home sind zumeist bei weiblichen Zielgruppen zwischen 20 und 35 Jahren sehr beliebt. Ein gelungenes Beispiel, wie das Influencer Marketing auf Pinterest aussehen kann, zeigt der Account von Joy Cho. Sie befasst sich in erster Linie mit Themen wie Home, Deko, DIY oder auch Food .

Twitch:

Die zu Amazon gehörende Life-Streaming-Plattform Twitch fungiert als Möglichkeit, dass User ihre Spiele übertragen und ihnen andere dabei zusehen können. Einige User haben eine derart grosse Reichweite, dass bei einer Übertragung zum Teil Zigtausende live Zuschauer und sogar Millionen on demand dabei sein können. Laut Statista gab es im Juli 2019 2,68 Millionen Unique User. Weltweit sind täglich 15 Millionen Nutzer auf Twitch unterwegs und bis zu drei Millionen Unique User übertragen pro Monat live Videos. Die Zielgruppe ist anders als Pinterest zum grössten Teil männlich und zwischen 18 und 34 Jahren alt. Auf Twitch dreht sich jedoch nicht alles um Gaming. Beliebt sind zudem die Rubriken „IRL“ (In Real Life) oder „Just Chatting“, die Alltägliches zum Thema haben. Mittels Twitch lassen sich Produkte aus Technik, Energy Drinks oder auch Games gut vermarkten, indem die Influencer diese in ihrem Content einbeziehen. Twitch fungiert ganz klar als Plattform für Early Adopter.

Tik Tok

Der Kurzvideo-Dienst TikTok aus Asien ist der Nachfolger von Musical.ly. Mit mehr als vier Millionen monatlichen aktiven Nutzern in Deutschland ist die App auch bei uns angekommen. Bekannt geworden ist die App durch Lisa und Lena, die mehr als 32 Millionen Follower hatten, mittlerweile jedoch auf Instagram aktiv sind. Einen besonderen Vorteil bietet TikTok: Vor allem in den USA sind mehr als 60 Prozent der User zwischen 16 und 24 Jahren alt. Zumeist nicht mittels anderer Plattformen wie Facebook oder Instagram in dieser breiten Masse zu finden. Aus diesem Grund eignen sich TikTok und damit einhergehende Influencer-Kooperationen insbesondere dafür, wenn Produkte in jungen Zielgruppen vermarktet werden sollen.

Das richtige Format

Bevor die Wahl für das eigene Influencer Marketing auf eine Plattform fällt, sollte das Format festgelegt werden. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die Darstellbarkeit. Nicht alle Medien können mit dem gleichen sozialen Netzwerk präsentiert werden. Ebenfalls im Hinblick auf die Zielgruppen und eigene Kampagnenziele.

Text

Eine Möglichkeit der Darstellung ist die mittels Text. Die meisten Plattformen funktionieren hauptsächlich über Bilder, deswegen sollte der Text nicht ausser Acht gelassen werden. Mit Hilfe eines Textes wird der gepostete Beitrag vervollständigt. Es werden dabei wichtigen Informationen, die Geschichte hinter dem Bild, die passenden Hashtags sowie die Erwerbmöglichkeiten genannt werden. Vor allem durch Hashtags ist es möglich nachzuverfolgen, wo und wie über ein bestimmtes Produkt gesprochen wird. Darüber hinaus kann mithilfe des Textes die erforderliche Kennzeichnung als Werbung platziert werden.

Vorteile:

– hohe Informationsdichte

– klickbare Links

Nachteile:

– optisch wenig ansprechend

Audioformat

Ein weiteres Format ist das Audioformat. Vor allem Podcasts spielen dabei eine wichtige Rolle. Podcasts sind insbesondere für Nischen von Bedeutung, da sie zudem lange verfügbar sind. Es werden bestimmte Themen behandelt, für die ein Expertenwissen vorausgesetzt wird. Und die Nutzer hören sich diese Podcasts nur an, wenn sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren und darüber mehr erfahren möchten. Dadurch kommt es wiederum zu mehr Vertrauen in die Expertise der Hosts. Zudem wird geschaltete Werbung von mehr als 80 Prozent der Hörer akzeptiert und mehr als 75 Prozent überspringen diese nicht einmal. Ausserdem ist die in Podcasts geschaltete Werbung deutlich günstiger als bei TV-Werbung.

Vorteile:

– hohe Informationsdichte

– viel Aufmerksamkeit

Nachteile:

– nur Audio

Bilder

Bilder haben eine besondere Bedeutung im Influencer Marketing. Sie fungieren nicht nur als Thumb-Stopper, sondern sie sind insbesondere für das Storytelling unverzichtbar. Damit das Bild während des Scrollens durch den Nutzer nicht untergeht, muss dieses etwas Besonderes haben. Mit Hilfe von Bildern können gezielt Produkte gezeigt und dadurch beworben werden. Zudem können diese im Vergleich zu Stories zu einem späteren Zeitpunkt erneut angeschaut werden. Wichtig ist, dass die Creatives farblich und vom Bildaufbau her ansprechend arrangiert sind, damit sie aus der Masse herausstechen.

Vorteile:

– grosses optisches Potenzial

– zeigt Produkt

– Storytelling

– schafft Aufmerksamkeit und Neugier

– Verlinkungen (Mentions) im Bild möglich

Nachteile:

– alleine geringe Informationsdichte

– keine klickbaren Links oder Hashtags im Bild, nur über Text oder Mentions

Videos

Mit Hilfe von Videos ist ein gutes Storytelling möglich. Beworbene Produkte können ausreichend und anschaulich erklärt werden. Darüber hinaus wecken Videos eine grössere Aufmerksamkeit bei den Nutzern als Bilder. Dieses Format bietet sich insbesondere für Tutorials und ähnliches an.

Vorteile:

– grosses optisches Potenzial

– zeigt Produkt

– Storytelling

– schafft Aufmerksamkeit und Neugier

– Produkterklärungen möglich

Nachteile:

– User braucht mehr Zeit

– mobile Nutzung ohne Ton eingeschränkt

– höherer Produktionsaufwand

Stories

Die Stories sind eine Mischung aus verschiedenen Formaten, denn sie können eine Kombination aus Text, Bildern und Videos sein. Zudem kann hinter dem Swipe-up der entsprechende Shop hinterlegt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Stories das gesamte Display einnehmen, sodass die Aufmerksamkeit des Nutzers gesteigert wird. Zudem sind die Stories ein sehr beliebtes Format.

Vorteile:

– grosses optisches Potenzial

– zeigt Produkt

– Storytelling

– schafft Aufmerksamkeit und Neugier

– Produkterklärungen möglich

– Sales möglich

Nachteile:

– nur 24 Stunden online

Livestream

Livestreams spielen im Influencer Marketing eine untergeordnete Rolle, da die meisten Creator auf Stories setzen. Livestreams werden häufig im Eventbereich eingesetzt, etwa bei Ladeneröffnungen, und werden vor allem bei Twitch genutzt. Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass der Influencer mit seiner Community direkt kommunizieren kann.

Vorteile:

– gut für Events

– direkte Interaktion möglich

– Erklärungen möglich

Nachteile:

– keine Bearbeitungen möglich

Augmented Reality

Die Augmented Reality, also die erweiterte und computergestützte Realität, geht noch einen Schritt weiter. Hierbei geht es darum, dass Influencer die Besucher eines Shops bei ihren Käufen direkt unterstützen. Der Influencer wird dabei durch einen Avatar ersetzt. Grenzen gibt es hierbei so gut wie keine. Mittlerweile ist es beispielsweise bereits auf YouTube möglich, Try-on Produkte virtuell auszuprobieren.

Vorteile:

– hohe Aufmerksamkeit

– sehr kreativ

Nachteile:

– aufwendige Technik u. Produktion

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Die Wahl der Plattform im Influencer Marketing

Jedes Influencer Marketing ist individuell. Für die Wahl der bestmöglichen und zum Marketing passenden Plattform wurde ein Modell entwickelt, um eine Orientierungshilfe zu geben. Dieses Modell ist unter bit.ly/2lmA4Ds zu finden. Es werden jeweils Informationen zu Themen, Zielgruppen, KPIs sowie den Medien und Formaten gegeben. Anhand verschiedener Kriterien kann somit herausgefunden werden, welche Plattform für das eigene Influencer Marketing am ehesten geeignet ist. Wichtig ist darüber hinaus, dass das Produkt, welches beworben werden soll, ebenfalls zu der Plattform passt. Für Produkte, welche ausführlicher erklärt werden müssen, eignet sich beispielsweise YouTube. Andere wiederum sind eher für Stories auf Instagram geeignet.

Das Community-Management

Ein wichtiger Bestandteil im Influencer Marketing ist das Community-Management. Zwar wird ein Influencer dafür bezahlt, Produkte zu bewerben und mit den Followern zu kommunizieren. Aber auch das Unternehmen sollte unter den entsprechenden Posts aktiv werden. Auf sämtlichen Social Media Paltformen ist es wichtig, dass auf Kommentare der Follower reagiert wird, denn dies kann die Absatzsteigerung erhöhen. Des Weiteren gibt es beispielsweise die Möglichkeit, anstatt aktiv auch reaktiv zu sein. Ein Influencer präsentiert immer mal wieder ein Produkt, bis die Follower direkt fragen, wo es dieses zu kaufen gibt. Daraufhin kann das Unternehmen direkt hierauf reagieren oder den Influencer auf den Shop verweisen lassen.

Interview mit Florian Heisen, Handwerker und Influencer (Der Maler)

Florian Heisen ist seit drei Jahren auf YouTube präsent und hat sich einem Nischenthema verschrieben, mit dem er mittlerweile sehr erfolgreich ist. In seinen Videos geht es um das Malerhandwerk. Seinen Followern zeigt er alles rund um das Malen, Verputzen, Tapezieren und Streichen. Mittlerweile ist er so erfolgreich, dass er seinen Kanal hauptberuflich betreibt. Er testet unter anderem Produkte, die ihm Firmen kostenlos zur Verfügung stellen. Florian Heisen hat als Hauptzielgruppe Männer zwischen 25 und 35 Jahren. Zumeist Heimwerker, die selbst etwas erschaffen möchten, beispielsweise im Rahmen eines Umzuges oder aufgrund einer Renovierung. Aber auch Lehrlinge oder andere aus dem Malerhandwerk schauen sich seine Videos an.

Florian Heisen erzählt, dass er nur mit Produkten arbeitet, die ihm persönlich gefallen. Ihm geht es um die Geschichte, die hinter einer Idee steckt, die er für eine Firma umsetzen soll. Aus diesem Grund arbeitet er nur mit Unternehmen zusammen, die Produkte haben, die zu seinem Kanal passen. Auch die zwischenmenschliche Ebene ist ihm sehr wichtig, die häufiger vernachlässigt wird. Beispielsweise ist die Kommunikation mit grösseren Unternehmen zeitaufwendig, da jede Frage und jede Anmerkung durch den Vorgesetzten abgesegnet werden muss. Bis es dann zu einem Termin kommt, können auch schon mal einige Wochen ins Land ziehen. Hier sollten die Unternehmen nach Florian Heisens Meinung deutlich nachbessern. Zudem reicht es heutzutage nicht mehr aus, wenn Unternehmen einfach nur kostenlos Produkte zur Verfügung stellen, welche der Influencer bewerben soll. Für ihn kommen vor allem langfristige Kooperationen und eigens entwickelte Werbevideos in Frage.

Ausgaben für eine Influencer Marketing Kampagne

Nicht authentisch produzierte Videos haben seiner Meinung nach nicht die Wirkung, die hätte erreicht werden sollen. Sie werden zudem von den Followern häufig nicht angenommen, sodass die Werbekampagne nicht den gewünschten Erfolg bringt. Florian Heisen verlangt für die von ihm produzierten Videos je nach Aufwand und auch Grösse des Unternehmens 3.000 bis 10.000 Euro. Zudem besitzt das Unternehmen, für das ein Werbevideo erstellt werden soll, ein gewisses Mitspracherecht. Dieses bezieht sich allerdings nur auf inhaltliche Dinge und nicht auf die persönliche Meinung von Florian Heisen zu einem Produkt. Darüber hinaus erklärt er, dass er sich nicht vorschreiben lässt, über welche Themen er ein Video produziert. Er entscheidet selbständig über Themen und geht nach eigenen Interessen und Wünschen seiner Follower.